Mobiles Wohnen…

Wer schon mal im Schneesturm ruhig unter der hauchdünnen Nylonplane Schäfchen gezählt oder dem abendlichen Treiben der Moskitoschwärme im Sarek Nationalpark durch die feinmaschige “Netztür” seiner mobilen Behausung zugeschaut hat, der weiß, wie wertvoll ein solides Zelt sein kann. Zugegeben, den Allrounder gibt es noch nicht, aber einige Hersteller kommen schon recht nah an die Perfektion des Zeltes heran…

Das richtige Zelt

Vor dem Kauf muss man sich Gedanken zum überwiegenden Einsatz der neuen Reisebehausung machen, denn die Vielfalt bei Zelten bewegt sich zwischen minimalistischer Notunterkunft und weiträumigem Safaripalast mit mehreren „Zimmern“. Das Universalzelt gibt es nicht, jede Zeltform hat Vor- und Nachteile.

Einige der Fragen, die man sich stellen sollte:

  • Wo reise ich hin, wird es eher heiß oder kalt?
  • Sind geringes Gewicht und kleines Packmaß wichtiger als der Komfort?
  • Wie viele Personen schlafen im Zelt?
  • Nutze ich das Zelt auch im Winter?
  • Kann ich das Innenzelt in heißen Regionen als Moskitoschutz nutzen?
  • Brauche ich das stabilste Material (und zahle den höchsten Preis)?
  • Sind Innen- und Außenzelt gekoppelt?
  • Wie gut ist die Belüftung

Das Beste ist, man schaut sich verschiedene Zelte an! Wir haben immer eine große Auswahl von Zelten auf Lager! Ob Solotour oder großer Familienurlaub mit 6 Personen, Grönlandexpedition oder Wüstentrekking. Kein Problem! Von unserem Team werden sie immer gut beraten – wir sprechen aus Erfahrung!

Tunnelzelte

Tunnelzelte sind geräumig und leicht. Zwei oder mehr parallel aufgespannte Gestängebögen tragen das Zelt in Querrichtung. Wie eine Ziehharmonika wird das Zelt auseinander gezogen und mit Heringen fixiert. Es sind also mehr und vor allem stabilere Abspannpunkte, als beim Kuppelzelt nötig. Bei gleicher Grundfläche bieten Tunnelzelte mehr Platz im Innenraum als Kuppelformen. Die relativ großen Stoffflächen machen das Zelt empfindlicher gegenüber starkem Wind, deshalb sollte auf gute Abspannung und ein Aufbau parallel zur Windrichtung geachtet werden.

Das Innenzelt bleibt meistens eingehängt, somit ist der Aufbau (auch alleine) in wenigen Minuten gemacht. Viele Modelle gibt es in einer Variante mit einem zusätzlichen Gestängebogen. Dadurch entsteht bei minimaler Gewichtszunahme ein großer Stauraum. Das ist besonders in Regionen mit schlechten Wetterverhältnissen komfortabel, beispielsweise zum Kochen oder Wäsche trocknen.

Kuppelzelte

Die Basis dieser Zeltform sind zwei Stangen, die sich kreuzen und eine Kuppel bilden. Dies sorgt für eine stabile Form und angenehme Sitzhöhe. In der Regel wird das Innenzelt zuerst aufgebaut und dann das Außenzelt darüber gespannt. Das Innenzelt kann so auch alleine als Moskitoschutz genutzt werden.

Bei einigen Kuppelzelten verlaufen die Gestängekanäle am Außenzelt, so kann das Innenzelt auch bei Regen trocken eingehängt werden. Die Zeltkonstruktion ist meistens selbsttragend, es werden also nicht so viele Abspannpunkte benötigt und das Zelt kann schnell umgesetzt werden.

Geodäten

Geodäten sind für extremste Bedingungen gebaut. Hier kreuzen sich mehrere Stangen an vielen Punkten, was zu einer Aufteilung der Außenzeltfläche in viele kleine Flächen führt. Dadurch verteilt sich die Spannung des Stoffes besser auf das gesamte Zelt. Die Konstruktion ist somit deutlich stabiler gegenüber Sturm und Schneelast.

Um das Gesamtgewicht trotzdem niedrig zu halten, sind Geodäten vom Platzangebot in der Regel nicht auf maximalen Komfort ausgelegt.

Material

Stoff & Beschichtung

Die meisten Zelte sind aus Nylon oder Polyester hergestellt. Um wasserdicht zu sein, müssen die Materialien beschichtet werden. Häufig wird die Kombination aus Polyesterstoff und einer Beschichtung aus Polyurethan (PU) verwendet. PU ist flexibel und kann auf der Innenseite in unterschiedlichen Dicken aufgetragen werden. Dadurch eignet sich die PU-Beschichtung für Außenzelt und Zeltböden gleichermaßen. Die Nähte werden mit einem Band versiegelt. Ein Nachteil von PU-Beschichtungen ist leider die Alterung. Auf wenn ein Zelt nicht genutzt wird “verfliegen” mit den Jahren die Weichmacher und die Beschichtung wird spröde. Bei hochwertigen Zelten mit PU-Beschichtung dauert dieser Prozess aber recht lange.

Silikon wird in der Regel in Kombination mit sehr hochwertigem Ripstop-Nylon verwendet. Es werden mehrere Lagen der Beschichtung von beiden Seiten auf den Stoff aufgetragen. Die Veredelung des Materials mit Silikon erhöht deutlich die Reißfestigkeit und UV-Stabilität von Nylon. Aufgrund der aufwändigen Verarbeitung und teuren Stoffe kommt silikonisiertes Nylon eher bei hochpreisigen Zelten zum Einsatz.

Gestänge

Aluminiumstangen kommen am häufigsten zum Einsatz. Das Material ist leicht, steif und stabil. Durch innen liegende Verbindungshülsen ist die Außenseite glatt und lässt sich besser durch die Gestängekanäle schieben. Auch bei den Gestängen gibt es unterschiedlichen Materialqualitäten. Teurere Gestänge sind bei geringerem Durchmesser meist steifer und haben eine Oberflächenveredlung (Eloxierung). Dadurch entsteht noch weniger Reibung in den Gestängekanälen und das Aluminium wird witterungsbeständiger.

Eine günstige Alternative bieten Fiberglastangen. Sie sind im Vergleich aber deutlich schwerer und brechen leichter. Und wenn sie brechen, splittert das Material und kann den Zeltstoff beschädigen. Daher kommen sie auch nur noch bei günstigen Zelten zum Einsatz.