Sauber geschweisst…

Die Berge gehören zur Schweiz, wie der Käse, die Schokolade und das Bankgeheimnis. Und alles, was die Schweizer machen, machen sie penibel perfekt – egal ob Käse, Schokolade, Bank oder Berge. Muss man da noch viel zu einer Schweizer Bergsportfirma sagen? Eigentlich nicht. Es sei denn, sie macht etwas konsequent anders als alle anderen. Deshalb reden wir über R’adys.

Der Vorteil: Während genähte Nähte eine Schwachstelle werden, werden Hochfrequenz verschweißte Verbindungen stärker. Dabei bleiben sie weich, flach, und leicht – auch, weil man keine zusätzliche Versiegelung der Nähte benötigt, um das Bekleidungsstück wasserdicht zu bekommen. R’adys nennt die Technologie R’Sonic.

R’adys wären aber keine Schweizer, wenn dies der alleinige Unterschied zu den anderen Bergsportmarken wäre. Das Hochfrequenz-Schweißen ist optisch eine sehr saubere Technik. Da liegt es nahe, auch die Vorstufe des Verschweißens besonders sauber und perfekt hinzubekommen. Die Einzelteile einer Jacke werden bei R’adys nicht maschinell geschnitten, wie sonst üblich. R’adys nutzt eine moderne, innovative Laser-Cut Technologie, um die einzelnen Elemente einer Jacke zu „schneiden“.

Was alle können, muss nicht schlecht sein. Aber es ist sicher nicht mehr als bloß Standard. Zum Beispiel Nähen. Bekleidung wird genäht. Mit einer Maschine sticht man in regelmäßigen Abständen durch zwei übereinander liegende Stoffe viele kleine Löcher. Durch diese wird im gleichen Vorgang von oben ein Faden gezogen und durch das nächste Loch wieder hochgezogen. Das ergibt dann eine Naht, die beide Stücke Stoff zusammenhält. Das Widersprüchliche am Nähen ist folgendes: Um Stoffe fest zu verbinden, macht man Löcher in die Stoffe, die diese erst einmal schwächen. Normalerweise kennen wir Perforationen von Vorlagen, aus denen wir etwas unproblematisch, ohne Schere, heraustrennen können. Nur bei Stoffen wird perforiert, um zu verbinden. Unlogisch!

Das hat sich auch die Schweizer Bergsportmarke R’adys gedacht und machte sich auf die Suche nach einer Alternative zum Nähen. R’adys’ Lösung heißt Schweißen, genauer gesagt Hochfrequenz-Schweißen. Bei der Hochfrequenz Technologie werden zwei beschichtete Materialien überlappend zwischen zwei Metall- platten gelegt. Dann jagt man eine hohe Ultraschall-Frequenz durch diese Platten. Diese Frequenz bringt die Beschichtungen in Wallung, weicht sie auf und lässt sie ineinander verlaufen. Dadurch gehen sie eine Verbindung ein, die durch den gleichzeitigen Druck sehr robust wird. Das außergewöhnliche daran: Die beiden Materialien werden durch die Hochfrequenz nicht verändert – weder dünner, noch schwächer, aber sie halten bombenfest, unwiederbringlich. Das geht alles über CAD – also Computer gesteuert. So lassen sich die Schnittteile auf Zehntel Millimeter genau vorbereiten. Kein Ausfransen, keine Schnittfehler, keine Abweichungen beim Design.

Die perfekt ausgelaserten Teile werden dann perfekt zusammengefügt für eine perfekte wasserdichte Jacke oder ein perfektes Softshell oder ein perfektes Funktionsshirt. Eben Schweizer Perfektion – wie beim Uhrwerk, was ja ebenso wie Käse, Schokolade, Banken und Berge auch ein Stück Schweizer Innovation darstellt.

Übrigens: Wenn wir das nächste Mal über R’adys reden, dann über ein perfekt aufeinander abgestimmtes Bekleidungslagensystem. Noch etwas, was R’adys anders macht als andere.